LeseLenz-Stipendien

Hausacher Stadtschreiber*innen  2021/22

Amanda-Neumayer-Stipendium,

Gisela-Scherer-Stipendium und

Vergabe der Poetik-Dozentur

an der PH Karlsruhe

 

Martin Fritz,

Christian Handel und

Kinga Tóth

kommen nach Hausach

 

Poetik-Dozentur „kinderleicht &  lesejung“

des Hauscher LeseLenzes und der PH Karlsruhe:

Stefanie Höfler

 

        Anlässlich der 750-Jahr-Feier Hausachs hatten der Hausacher LeseLenz und die Stadt Hausach in Kooperation mit der Neumayer-Stiftung 2009 erstmals zwei Arbeits- und Aufenthaltsstipendien im Molerhiisle in Hausach ausgeschrieben. Zum einen in der Sparte Prosa oder Lyrik, zum anderen, um den Bereich der Literatur für Kinder und Jugendliche zu fördern, das später nach Amanda Neumayer benannt wurde, das Amanda-Neumayer-Stipendium. 2012 kam das Gisela-Scherer-Stipendium hinzu.

        2014 wurde die Poetik-Dozentur „kinderleicht & lesejung“ des Hausacher Leselenzes und der PH Karlsruhe an der dortigen Hochschule ins Leben gerufen.

        Die Hausacher Stadtschreiber*innen für das Jahr 2021/22 sind gewählt. Eine dreiköpfige Jury stimmte bei 85 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn und Tschechien für Martin Fritz (Innsbruck) in der Sparte Prosa/Lyrik.

        Das Amanda-Neumayer-Stipendium erhält Christian Handel (Berlin) in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch.

        Das Gisela-Scherer-Stipendium erhält die aus Ungarn stammende Dichterin Kinga Tóth  (Debrecen/Ungarn).

        Martin Fritz tritt sein Stipendium im Sommer 2021 an. Christian Handel wird als Amanda-Neumayer-Stipendiat im Oktober dieses Jahres nach Hausach kommen. Das Gisela-Scherer-Stipendium ist für den Zeitraum 1. Februar – 30. April 2022 vorgesehen. Dann wird Kinga Tóth in Hausach sein.

        Die Poetik-Dozentur „kinderleicht & lesejung“ des Hausacher LeseLenzes und der PH Karlsruhe an der dortigen Hochschule wird Stefanie Höfler im November 2021 und Januar 2022 ausführen.

 

Begründung der Jury für
Martin Fritz

Martin Fritz ist ein Poetry-Slammer der allerersten (deutschsprachigen) Stunde. Er hat nicht nur einige Preise gewonnen, sondern die Szene in Österreich maßgeblich mit aufgebaut. Mit seinem neuesten Buch „Vorbereitung der Tiere“ (Innsbruck 2021) schafft der Autor, Performer und Literaturwissenschaftler des Jahrgangs 1982 erneut die Verbindung zwischen Wissenschaft und Spaß, zwischen Trash à la Gilmore Girls oder Klinik unter Palmen und Philosophie á la Wittgenstein oder Derrida. Oder wie der österreichische Autor Markus Köhle es ausdrückt: „Der Autor präsentiert uns stets beide Seiten seiner Medaille: den Meta-Martin und den Witz-Fritz.

 

© Carmen Sulzenbacher

Martin Fritz

wurde 1982 in Rum bei Innsbruck geboren, wo er Vergleichende Literaturwissenschaft und Deutsche Philologie studierte. Seine Dissertation schloss er 2017 ab. Er ist Mitglied der 1. Innsbrucker Lesebühne Text ohne Reiter und FHK5K; neben zahlreichen anderen Preisen und Stipendien erhielt er zuletzt das Hilde-Zach-Förderstipendium Literatur 2017 sowie den Literaturpreis der Universität Innsbruck 2018.

 

Jüngste Publikation:

Vorbereitung der Tiere. Edition Laurin. Innsbruck, 2020

www.uibk.ac.at/vergl-litwiss/personen/martin_fritz/

 

 

Begründung der Jury für
Christian Handel
Amanda-Neumayer-Stipendium

Christian Handel schafft es in seinen Jugendbüchern, spannende Hybride zu erschaffen: eine Mischung aus Coming-of-Age, Queerness und Fantasy bzw. Near-Future-Literatur. Seine Schauplätze sind fremde, phantastische und zukünftige Welten, seine Protagonist*innen Klone, märchenhafte oder an Märchen angelehnte Figuren oder queere Königskinder. Dieser Mix, der vielleicht kompliziert klingt, ist tatsächlich aber rasend spannend und auf der Höhe der Zeit. Hier werden Figuren mit all ihren Facetten geschildert, mit den mutigen und starken genauso wie mit den schwachen und zweifelnden. Und genau das macht den Reiz seiner Romane und Geschichten für Jugendliche aus, die so viel mehr sind als bloße Pageturner und in denen queere Menschen die Hauptfiguren sind und nicht nur in blassen oder schlimmstenfalls skurrilen Nebenrollen auftreten. 

 

© Damian Collard

Christian Handel

wurde 1978 in der Schneewittchen-Stadt Lohr am Main geboren, die im sagenumwobenen Spessart liegt. Inzwischen lebt er allerdings in Berlin und ist selbst davon überrascht, wie sehr er sich als Landpflanze im Großstadtdschungel wohl fühlt. Die von ihm herausgegebene Anthologie Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Drachenmond Verlag) wurde 2017 sowohl mit dem Deutschen Phantastik Preis als auch mit Skoutz Award ausgezeichnet. 2020 erschien Rowan und Ash – Ein Labyrinth aus Schatten und Magie, eines der ersten Fantasy-Jugendbücher in einem deutschen Publikumsverlag, in dem zwei schwule Prinzen im Mittelpunkt stehen. Der Roman ist für den SERAPH 2021 nominiert.

Jüngste Publikationen:

Rowan und Ash – Ein Labyrinth aus Schatten und Magie. Uberreuter. Berlin, 2020

www.christianhandel.de

 

 

Begründung der Jury für
Kinga Tóth
Gisela-Scherer-Stipendium

baut Gedichte wie Städte wachsen. Ihre Pläne, Entwürfe und Umsetzungen sind Installationen, die Perspektiven öffnen in die verborgenen Winkel unseres Alltags und unserer Gesellschaften. Klang-Skizzen, die W:orte werden. Der Klang wird zum Bild wird zum Wort wird zum Bild wird zur Performance. Unverhoffte Alltagsräume erkundend und deren Wege verdichtend. Eine Sängerin unter den Dichter*innen und eine alle Sparten aufnehmende Wortkünstlerin, die mit den Augen hört und mit den Ohren sehen macht. Eine Sprache, die immer auch Lieder wird und visuelle Poesie.

 

© Privatarchiv

Kinga Tóth

1983 in Ungarn geboren, ist Literatur- und Sprachwissenschaftlerin und (Klang-)Poet-Illustratorin, Kulturmanagerin, Performerin und Übersetzerin. Sie schreibt auf ungarisch, deutsch und englisch. Ihre Texte inszeniert sie in Performances und Installationen. Tóth arbeitet als „Kommunikationsspezialistin“ (Journalistin) und ist Lektorin für Kunstmagazine. Darüber hinaus ist sie Songwriterin und Frontfrau des Tóth Kína Hegyfalu-Projekts sowie Vorstandsmitglied des József-Attila-Kreises für junge Schriftsteller*innen und aktives Mitglied bei zahlreichen Projekten und Verbänden.

Jüngste Publikation:

Maislieder. Edition Thanhäuser. Ottensheim/Donau, 2019
Mondgesichter. Matthes & Seitz. Berlin, 2021

www.kingatoth.com

 

 

Begründung der Jury für
Stefanie Höfler
Poetik-Dozentur „kinderleicht & lesejung
des Hausacher LeseLenzes und der PH Karlsruhe

Zwei Faktoren zeichnen die Bücher der Kinder- und Jugendbuchautorin Stefanie Höfler besonders aus: die Sensibilität für das jeweilige Thema – das von Dicksein, Gewalterfahrung bis zum Umgang mit dem Tod reicht und der richtige Ton, der zugleich auch stets ein poetischer ist. Schon mit ihrem Debütroman „Mein Sommer mit Mucks“ landete sie auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis und dieser Qualität ist die Autorin mit jedem ihrer Bücher treu geblieben. Dass sie sich dabei auf Augenhöhe mit ihrem jungen und jugendlichen Zielpublikum befindet und gleichzeitig auch erwachsene Leser*innenherzen höherschlagen lässt, ist ein Teil ihres Erfolgsrezepts. Der andere Teil ist den wunderbaren und gelungenen Charakteren und der gekonnten Dramaturgie ihrer Bücher geschuldet: Stefanie Höfler schafft es immer auf den Punkt zu kommen, thematisch, sprachlich und inhaltlich.

 

© Christina Neidenbach

Stefanie Höfler

geboren 1978 in Leonberg bei Stuttgart, studierte Germanistik, Anglistik und Skandinavistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie der University of Dundee in Schottland und war anschließend als Lehrerin und Theaterpädagogin tätig. 2015 debütierte sie mit dem Jugendroman Mein Sommer mit Mucks, für den sie mit dem Nachwuchspreis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet wurde und der 2016 in der Kategorie Kinderbuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war. Die Autorin unterrichtet Ethik, Deutsch, Englisch und Theater an einem Gymnasium und lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort bei Freudenstadt im Schwarzwald.

 

Jüngste Publikation:

Der große schwarze Vogel. Beltz & Gelberg. Weinheim, 2018
Helsin Apelsin und der Spinner. Beltz & Gelberg. Weinheim, 2020
Waldtage! Illustrationen: Claudia Weikert. Beltz & Gelberg. Weinheim, 2020

https://de.wikipedia.org/wiki/Stefanie_H%C3%B6fler

 

Hausach, 17. Juni 2021
Jury: Ulrike Wörner, Robert Renk, José F.A. Oliver
www.leselenz.eu