LeseLenz-Stipendien

Hausacher LeseLenz-Stipendien 2020/21

Die Stadt Hausach und der Hausacher LeseLenz vergeben in Kooperation mit der NEUMAYER STIFTUNG und dem Verein zur Förderung des Hausacher LeseLenzes e.V. drei Arbeits- und Aufenthaltsstipendien ohne Gegenleistung.

Zum einen das „Amanda-Neumayer-Stipendium“ in der Kategorie Kinder– und Jugendbuch, das an die Stifterfamilie der Neumayer Stiftung erinnert, die seit vielen Jahren den Hausacher LeseLenz wesentlich unterstützt und fördert.  Zum anderen ein Stipendium für Lyrik oder Prosa. Ein drittes Stipendium trägt den Namen „Gisela-Scherer-Stipendium“ des Hausacher LeseLenzes. Dieses Stipendium ist Gisela Scherer gewidmet, die im Jahr 2010 verstorben ist. Sie war Mitbegründerin des Hausacher LeseLenzes und hatte die Idee der Hausacher Stadtschreiber*innen-Stipendien mitentwickelt. Das Gisela-Scherer Stipendium kann sowohl für Lyrik und Prosa als auch in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch vergeben werden.

 

  • Die Stipendien werden jeweils für drei Monate zugeteilt und bestehen aus der Bereitstellung einer Wohnung in Hausach und der Zahlung von 1.500 Euro pro Monat und Stipendium – ohne Gegenleistung.
  • Bewerberinnen und Bewerber müssen eine eigenständige Publikation einreichen, die nicht im Eigenverlag erschienen ist und einen „Literarischen Fragebogen“ ausfüllen, der vom Internetauftritt des Hausacher LeseLenzes (leselenz.eu) entnommen werden kann.
  • Eine Bio-Bibliographie sollte ebenso mitgesandt werden.
  • Die Stipendiatinnen und Stipendiaten können sich natürlich auf eine individuell abzusprechende Art und Weise literarisch in den Schwarzwaldort einbringen.
  • Die Jury behält sich außerdem vor, die seit 2014 bestehende Poetik-Dozentur des Hausacher LeseLenzes und der PH Karlsruhe für Kinder- und Jugendliteratur an der dortigen Hochschule einem oder einer der Bewerber*innen für den Bereich Kinder- und Jugendbuch zuzusprechen. Die Poetik-Dozentur wird extra honoriert.
  • Es ist vorgesehen, die Stipendiatinnen und Stipendiaten am Vorabend des Hausacher LeseLenzes, am Donnerstag, 2. Juli 2020, im Rahmen einer feierlichen Begrüßung in Hausach vorzustellen. Über die Vergabe der Stipendien entscheidet eine unabhängige Jury bis spätestens Ende Mai 2020. Auf Wunsch der Bewerberinnen und Bewerbern werden die eingesandten Bücher nach der Jury-Sitzung zurückgeschickt. Sollte dies nicht vermerkt sein, werden sie an die Hausacher Schulen oder an die Mediathek Hausach weitergegeben.
  • E-Mail-Bewerbungen können nicht berücksichtigt werden.

 

Stipendienzeitraum:

Lyrik oder Prosa: 1. Juli – 30. September 2020
Amanda- Neumayer-Stipendium
für die Kategorie Kinder- und Jugendbuch: 15. Oktober 2020 – 15. Januar 2021
Gisela-Scherer-Stipendium: 1. Februar 2021 – 30. April 2021

Einsendeschluss der Bewerbungen: 31. März 2020

 

Die Bewerbungen sind einzureichen an:

Hausacher LeseLenz-Stipendium
z.Hd. Hartmut Märtin
Kulturamtsleiter
Kultur- und Tourismusbüro
Hauptstraße. 34
77756 Hausach

Tel: 07831 / 7970
h.maertin@hausach.de
www.leselenz.com

 

 


 

Literarischer Fragebogen 2020

 

 

 

Hausacher Stadtschreiber*innen  2019/20

Amanda-Neumayer-Stipendium und

Gisela-Scherer-Stipendium

 

Mikael Vogel,

Andrea Karimé

und

Petra Piuk

kommen nach Hausach

 

        Anlässlich der 750-Jahr-Feier Hausachs hatten der Hausacher LeseLenz und die Stadt Hausach in Kooperation mit der Neumayer-Stiftung 2009 erstmals zwei Arbeits- und Aufenthaltsstipendien im Molerhiisle in Hausach ausgeschrieben. Zum einen in der Sparte Prosa oder Lyrik, zum anderen, um den Bereich der Literatur für Kinder und Jugendliche zu fördern, das seit letztem Jahr nach Amanda Neumayer benannt ist, das Amanda-Neumayer-Stipendium. 2012 kam das Gisela-Scherer-Stipendium hinzu.

        Die Hausacher Stadtschreiber*innen für das Jahr 2019/20 sind gewählt. Eine dreiköpfige Jury stimmte bei 68 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für Mikael Vogel (Berlin) in der Sparte Prosa/Lyrik.

      Das Amanda-Neumayer-Stipendium erhält Andrea Karimé (Köln) in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch. Letztere bekommt damit auch die Poetik-Dozentur des Hausacher LeseLenzes und der PH Karlsruhe an der dortigen Pädagogischen Hochschule zugesprochen.

         Das Gisela-Scherer-Stipendium erhält die österreichische Autorin Petra Piuk (Wien).

        Mikael Vogel tritt sein Stipendium im Sommer 2019 an. Andrea Karimé wird als Amanda-Neumayer-Stipendiatin im Oktober dieses Jahres nach Hausach kommen. Das Gisela-Scherer-Stipendium ist für den Zeitraum ab Mitte Februar – Mitte Mai 2020 vorgesehen. Dann wird Petra Piuk in Hausach sein.

 

Begründung der Jury für

Mikael Vogel

„Dodos auf der Flucht. Requiem für ein verlorenes Bestiarium – der jüngste Gedichtband Mikael Vogels lässt die Seins-Geschichten unserer Erde und unserer Welt für einen Atemzug lang hautnah lebendig werden. Augenblicke des Werdens. Augenblicke des Vergehens. Augenblicke, die dadurch bleiben. Und sei es für die Dauer der Zeitlosigkeit eines Gedichts. Mikael Vogels Experiment ist die minutiöse Recherche aus Kontemplation und Wirklichkeit. Seine Sprache nährt das nackte Benennen des Verlusts, indem er untergegangene Tierarten ins Greifbare atmen lässt. Seine Poesie kristallisiert sich in der Empathie desjenigen, der wider das Vergessen anschreibt: Nachspurend. Feststellend. Anteilnehmend. Jedes Gedicht ein Mahnmal. Wieviel Ahnen steckt in M:ahnen? Sowohl die Ahnen der Vergangenheit als das Ahnen der Gegenwart, die Zukunft bedeutet. In diesen Gedichten spricht die Natur (vor) und die (gemachten) Verhältnisse ihrer Zerstörung kommen zum W:ort, um uns bewusst zu machen, wohin wir b:leiben. Die Eleganz des Widerstands trägt den Namen Mikael Vogel. Wie ein Federkleid der Hoffnung.“

 

 

© Sandra Fischer

Mikael Vogel

„ein Experte für Tierlyrik“ (Tip Berlin), wurde 1975 in Bad Säckingen geboren und lebt seit 2003 in Berlin. Fünf Gedichtbände sind bislang erschienen. „Nichts weniger als ein epochales Werk“, urteilte Eric Giebel auf Fixpoetry über seinen aktuellen Gedichtband Dodos auf der Flucht. Requiem für ein verlorenes Bestiarium (Verlagshaus Berlin, 2018). Zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. Hermann-Lenz-Stipendium 2002, Medienpreis RAI Südtirol beim Lyrikpreis Meran 2016, Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg 2019.

 

 

Jüngste Publikation:

Dodos auf der Flucht. Requiem für ein verlorenes Bestiarium. Gedichte. 2. Aktualisierte Auflage. Verlagshaus Berlin. Berlin 2018

www.mikaelvogel.de

 

Begründung der Jury für

Andrea Karimé

Amanda-Neumayer-Stipendium

Mit Andrea Karimé bekommt eine deutschlibanesische Schriftstellerin das Stipendium, die nicht nur auf dem Papier, sondern auch bei ihren Leseperformances eine wundervolle Geschichtenerzählerin ist.

Ihre Bücher sind lustig und traurig zugleich, so wie es sich eben für die wirklich guten Geschichten gehört und entwickeln ihre große Kraft aus den behandelten Themen: das Abschiednehmen und das Leben zwischen und in verschiedenen Kulturen.

Vor ihren Zuhörer*innen und Leser*innen breitet sie so buchstäblich ihren Geschichtenteppich aus, der das Märchenhafte mit der Realität poetisch zu verweben weiß.

 

 

© Mona Marie

Andrea Karimé

geboren 1963 wuchs in Kassel zwischen deutscher und libanesischer Sprache und Kultur auf. Sie studierte Kunst- und Musikerziehung und absolvierte eine Ausbildung in Kreativem Schreiben, arbeitete als Lehrerin und machte eine Ausbildung zur Geschichtenerzählerin. Für Tee mit Onkel Mustafa (Picus Verlag) wurde sie mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Ihr Buch King kommt noch, das von Jens Rassmus illustriert worden ist, erhielt sie 2018 den Kinderbuchpreis des Landes NRW.

 

 

 

Jüngste Publikationen:

Samba, Schwein und das Geheimnis der Mühle. Picus Verlag. Wien 2018
King kommt noch. Mit Zeichnungen von Jens Rassmus. Peter Hammer Verlag. Wuppertal 2017.

www.andreakarime.de

 

Begründung der Jury für

Petra Piuk

Gisela-Scherer-Stipendium

Eine schöne Musik, eine heile Familie und eine Liebesgeschichte – das Rezept für einen „schönen Heimatroman“.  Sie erfindet ein Liebespaar: Toni & Moni, sie bestellt die Leser nach Schöngraben an der Rauscher, einem idyllischen Bergdorf.  

 Petra Piuk gelingt ein fabelhaftes Verwirrspiel, in das sich auch noch eine Krimihandlung einflicht und das dann völlig aus dem Ruder läuft.

Mit stilsicherer und rabenschwarzer Konsequenz zerlegt sie jedes scheinbare Idyll, entlarvt jede noch so oft gehörte Phrase, übertreibt auf entlarvende Weise so maßlos, dass selbst Thomas Bernhard wohl leicht am erröten wäre.

Grazil wie einen Dirigentenstab schwingt Petra Piuk das Hackbeil und legt einen Heimatroman der ganz anderen Art vor, indem sie ihre Heimatfiguren durch eine Welt voll Alkoholismus, Gewalt, Machtmissbrauch und Fremdenhass stolpern lässt. Einen Heimatroman den sich Elfriede Jelinek nach einer literarischen Nacht mit Werner Schwab wohl nicht besser ausdenken hätte können. 

 

 

© www.detailsinn.at

Petra Piuk

geboren 1975 in Güssing, Burgenland , lebt in Wien. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur. Ihr Debütroman Lucy fliegt wurde mit der Buchprämie der Stadt Wien ausgezeichnet. Mit einem Auszug daraus wurde sie zum Floriana Literaturwettbewerb eingeladen. 2016 erhielt sie den Literaturpreis des Landes Burgenland und 2018 den erstmalig verliehenen WORTMELDUNGEN – Literaturpreis.

 

Jüngste Publikation:

Toni und Moni. Oder: Anleitung zu einem Heimatroman. Kremayr Scheriau. Wien 2017

www.petrapiuk.at

 

Alle drei Autor*innen waren schon Gäste des Hausacher LeseLenzes.

Hausach, 21. Mai 2019
Ulrike Wörner, Robert Renk, José F.A. Oliver
www.leselenz.com